Skandinavien 1999


 

Bevor ich mir meinen langjährigen Traum "Afrika" erfüllen konnte, musste ich zuerst ein halbjähriges Ausbildungsprogramm in Skandinavien absolvieren. Das Ganze wurde von einer Hilfsorganisation organisiert. Die Schule befand sich in den norwegischen "Bergen" in der Nähe von Lillehammer. Eine wunderschöne Gegend. 

 

Für meinen Traum haben ich und die anderen internationalen Schüler wirklich hart geschuftet. An der Schule absolvierten wir den Theorie- und Praxisteil hauptsächlich im Selbststudium. Erst wenn man eine gewisse Anzahl Punkte erreicht hatte, bekam man sein Flugticket nach Afrika. Das war eine tolle Zeit mit vielen tollen Freundschaften, viel Gemeinschaft, wenig Schlaf, viel Schnee, faszinierenden Nordlichtern, Elchen und natürlich ganz viel skandinavischem Charme.

 

Der härteste Teil des Programmes war aber das Fundraising. Ziel war es in skaninavischen Grossstätten auf der Strasse Zeitschriften zu verkaufen und Geld zu sammeln für die Projekte. Dabei hatten wir praktisch kein Budget zur Verfügung, was hiess wir mussten Übernachtung, Transport und Essen umsonst bekommen. Oft standen wir 10 Stunden oder länger bei minus 20 Grad auf der Strasse und versuchten den Leuten wenigstens ein paar Münzen abzuringen. Manchmal gingen wir auch von Haus zu Haus. Manchmal wussten wir spät Nachts noch nicht wo wir übernachten konnten. Aber erstaunlicher Weise fanden wir doch immer etwas. Zumindest sind wir weder erfroren noch verhungert. 

 

Zu unserem Bestimmungsort mussten wir Autostöppeln. Die weiteste Strecke die ich dabei zurücklegte, war wohl von Lillehammer - Norwegen bis Jyväskula -Finnland. Das tollste war dabei die Fähre von Stockholm nach Turku. Solchen Luxus waren wir gar nicht gewohnt. 

 

Es gäbe tausend Geschichten die ich schreiben könnte, aber die würden sicher ein Buch füllen.

 

Jedenfalls bereue ich keine Minute von dieser Zeit. Ich denke diese Zeit hat mich sehr geprägt. Und natürlich auch die Zeit, die danach kam:

 

AFRIKA